In den meisten europäischen Staaten gibt es weit verbreitete Vorurteile gegen homosexuelle Menschen. Diese Vorurteile und ablehnenden Haltungen können zu Beleidigung, Ausgrenzung, Ablehnung, psychischen und sogar physischen Angriffen führen. Opfer können sowohl Menschen sein, die tatsächlich lesbisch, schwul oder bisexuell sind, als auch Menschen, die dafür gehalten werden.
Derartige Zwischenfälle gibt es auch und gerade im schulischen Bereich, wo Bullying (Aggressionen unter SchülerInnen) oft fremdenfeindlich oder homophob motiviert ist. Dies hat besonders negative Auswirkungen, da die Opfer Jugendliche sind, die erst zu sich selbst finden und ihre eigene Persönlichkeit und Identität entwickeln müssen.
In den meisten Schulen sind abwertende, beleidigende Bezeichnungen für homosexuelle Menschen weit verbreitet. Manchmal kommt es sogar zu Drohungen oder physischer Gewalt. Eine Studie (Italien, 1999) zeigt auf, dass drei von vier Homosexuellen wegen ihrer sexuellen Orientierung in der Schule Opfer von verbaler Beleidigung oder physischer Gewalt wurden.
Oft sind LehrerInnen und MitschülerInnen diesem Thema gegenüber voreingenommen, sehen weg und schweigen, wenn es zu Beleidigungen oder Übergriffen kommt. Dies verstärkt jedoch bei den tatsächlich homosexuellen oder für homosexuell gehaltenen Jugendlichen negative Selbstwertgefühle und das Gefühl der Isolation und Verletzlichkeit.
So kommt es zum Teufelskreis: Jugendliche Opfer informieren LehrerInnen und andere im Schulbereich Tätige nicht über erlebte oder beobachtete Übergriffe, weil sie ihr Umfeld als potentiell ablehnend oder gar feindlich erleben. Aus Angst, nochmals diskriminiert oder beleidigt zu werden, suchen viele Jugendliche keine Hilfe bei den Schulverantwortlichen und geraten so in immer tiefere Isolation, die sie aber wiederum zu einem "leichteren Opfer" für neuerliche Attacken macht.
Das EU-Projekt "Schoolmates" wird als internationales Kooperationsprojekt durchgeführt. Geleitet wird es von Arcigay Bologna (Italien). Projektpartner sind die Wiener Antidiskriminierungsstelle für gleich-geschlechtliche Lebensweisen (Österreich), Federaciòn Colegas Madrid (Spanien) und Kampania Przeciw Homofobii KPH Warsaw (Polen). Das Projekt wird von der Europäischen Kommission im Rahmen von Daphne II gefördert.